Subtiler Schmerz ist der schlimmste. Der stete Tropfen höhlt den Stein. Und jeder noch so kleine Nadelstich, kann in seiner Gesamtheit dennoch schmerzhaft sein. Aufgestauter Frust, durch jahrelanges runterschlucken und nicht-verbessern-dürfen, da meist direktes Abhängigkeitsverhältnis, hat mich mürbe gemacht. Also bitte! Liebe Online-Marketer, Web 2.0 - Hipster und Online Evangelists, macht eure Hausaufgaben und lernt euch klar zu artikulieren! SEM ist SEM und nicht SEA oder Google Adwords!
Unterscheidung zwischen SEM, SEA und SEO
Obwohl gerne mal von einem Definitions-Streit gesprochen wird, sehe ich hier keinerlei Spielraum! SEM, also Search Engine Marketing ist der Überbegriff von SEA, [Search Engine Advertising] der bezahlten Werbung in Suchmaschinen, primär Google Adwords und SEO. [Search Engine Optimization]
Unterscheidung SEM, SEA und SEO
Eine offizielle und eindeutige Definition vom BVDW gibt es hierzu übrigens auch:
Dabei ist SEM als Oberbegriff zu verstehen und und beinhaltet die Arbeitsbereiche SEA (Search Engine Advertising) und SEO (Search Engine Optimization). SEM=SEA+SEO
Auch auf t3n ist eine guter Artikel von Olaf Kopp zu diesem Thema zu finden.
Was regt der Typ sich so auf?
Bisschen gespielt ist die Aufregung natürlich schon und ganz neu ist das Thema zudem nicht. Es ist nur erschreckend, wie oft man damit im Alltag immer noch konfrontiert wird und welche unnötigen Fallstricke, meist basierend auf unterschiedlichen Erwartungshorizonten, daraus resultieren können.
Beispiel 01: Ein Kunde schreibt seinen SEM Etat aus und möchte ein ganzheitliches Konzept, um die Auffindbarkeit in den Suchergebnissen zu erhöhen. Als pflichtbewusster SEO und SEA macht man sich gleich an eine tiefer gehende Keywordrecherche, definiert Ziele und leitet davon ein erstes Setup für Google Adwords [SEA] ab, um anschließend mit einem großen Content-Audit, als Basis für die Suchmaschinenoptimierung [SEO] zu beginnen. Die zeitlichen Aufwände sind hier klar SEO-lastig. Bei anschließender Präsentation beim Kunden stellt sich heraus, dass man für SEO schon jemanden hat und somit 80% der Präsentation und somit der geleisteten Aufwände für die Tonne sind.
Beispiel 02: Das ganze geht natürlich auch andersherum: SEM wird gebrieft und auf Basis der konditionierten Fehlinterpretation wird davon ausgegangen, dass lediglich SEA gewünscht ist. Man lässt SEO also außen vor und steht später dumm da, da man lediglich 50% der Anforderungen erfüllt hat.
Beispiel 03: Stellenausschreibung: "Wir suchen einen neuen Abteilungsleiter für unser SEM-Team" - Am besten noch als 18/1 am Timessquare aufhängen und dann wundern warum die Bewerberschaft so SEO-lastig ist.
Wenn nicht wir, wer dann?
Besonders ärgerlich ist die Tatsache, dass die Leute, die es eigentlich besser wissen müssten, diese Falschdefinition aktiv vorantreiben. Fatalistisch wird auf den Webseiten vieler Agenturen, SEA als SEM verkauft. Hier steckt natürlich auch Kalkül dahinter, weil die angestrebte Zielgruppe nun einmal "falsch" sucht, oft aber auch wirklich Unwissen.
Schlusswort:
Ganz gleich was vielleicht andere davon halten, finde ich dies einfach nur nervig. Natürlich koche ich das gerade heißer, als es tatsächlich ist und durch einen kurzen Anruf können solche Problem, pro aktiv bereinigt werden. Dennoch macht es schlichtweg keinen Spaß, besserwisserisch in eine Kundenbeziehung zu starten.
"Oha, der feine Herr Internet Consultant sagt also, dass es SEA statt SEM heißt"
Ja tut er und muss er leider auch, da Sie sonst nicht das bekommen würden, was Sie wirklich haben wollen!
Und jetzt zum Abschluss noch ein Video, dass die Sachen auf den Punkt bringt!
